Roverway 2018

erschienen am 16.09.2018, von Marc Schlicker

Vom 20.Juli bis zum 2. August waren unsere Rover der Gruppe Füchse auf dem Abenteuer des Roverways. Das Roverway ist ein internationales Pfadfinderlager für die älteste Pfadfinderstufe. Insgesamt nahmen in diesem Jahr 4500 Pfadfinder aus 43 Ländern teil.

Für uns ging es freitags um 3 Uhr am Saarbrücker Bahnhof los. Nach 10 Stunden Zugfahrt, 4 Stunden Schlaf und einer Menge Snacks und Energydrinks kamen wir in Den Haag an. Dort überbrückten wir die Zeit bis zur Öffnung des Hostels in einem Park in der Nähe des Bahnhofs und erkundeten etwas die Stadt. Nachdem wir unser schweres Gepäck im Hostel abgelegt hatten und wir unsere Tagesrucksäcke mit unserem Badezeug vollgestopft hatten, fuhren wir an den paradiesischen Den Haager Strand. Dort spazierten wir über die Dünen, entspannten uns, badeten und verbrachten dort den Rest des Tages.

Am nächsten Morgen ging es dann ausgeschlafen und voller Vorfreude weiter zu einem Zeltplatz etwas außerhalb der Stadt. Dort trafen wir uns mit den 160 deutschen Teilnehmern aus den vier Ringeverbänden, gemeinsam in blauer Kluft und mit deutschen Halstuch. Auch fanden wir dort unsere 3 Mitstreiter aus Berlin wieder, die zu unserem Patrol gehören (die kleinste Einheit des Roverways, mit der man alle Aktivitäten gemeinsam bestreitet). Auf dem Vorlager tauschten wir uns aus, kochten gemeinsam, sahen uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt an, sind Fahrrad gefahren, und was auf einem Pfadfinderlager nicht fehlen darf, haben wir die Gitarren klirren lassen, das Feuer loderte und wir sangen unsere Lieder.


Am Montag ging es dann mit dem ersten offiziellen Teil des Roverways los, und zwar auf dem Strand von Den Haag, auf dem extra für uns ein etwa 1 Kilometer langes Strandstück vorbereitet wurde. Auf diesen bauten wir wie die restlichen 4500 Pfadfinder unsere Zelte auf. Auf diesem Stand wurde für uns eine riesige Bühne, 2 gigantische Aufenthaltszelte und viele Essenszelte aufgebaut. Nachdem wir dort ankamen und uns Essen geholt hatten (es gab leckere Burger mit Pommes), machten wir eine Geländerallye. Diese streckte sich über das ganze Strandgebiet Den Haags und hatte eine Menge Stationen mit unterschiedlichsten Aufgaben. Gegen Abend trafen wir uns wieder mit dem deutschen Kontingent um unsere Roverway-Halstücher zu bekommen, uns den Sonnenuntergang anzuschauen, ein Gruppenbild zu machen und um gemeinsam zur Eröffnungszeremonie zu gehen. Bei dieser wurden zuerst alle Teilnehmerländer vorgestellt und wir mussten Bälle mit den Länderflaggen zur Bühne werfen. Danach gab es ein paar inspirierende Reden und die Roverband spielte das erste Mal das Lagerlied. Daraufhin wurde es sportlich, denn ein DJ trat auf, und wir tanzten, sprangen und sangen mit. Den Abend klangen wir dann auf der Schutzmauer des Hafens aus, nachdem wir unsere Schuhe vom Sand befreit hatten.

Am nächsten Morgen ging es um 6 Uhr los mit Zelte abbauen. Und wir fuhren mit dem Bus nach Harlingen, dort wurden wir gemeinsam mit unseren Path auf dem Gelände eines Bootshauses untergebracht. Der Path ist die zweitkleinste Einheit des Roverways, und beinhaltet mehrere Patrols aus verschiedenen Ländern. Unser Path bestand aus Patrols aus Norwegen, Slowenien, Irland, Portugal, Spanien, Großbritannien und natürlich aus Deutschland. Dort verweilten wir nicht lange und liefen direkt zum Hafen, an dem schon ein großes Segelschiff auf uns wartete. Mit diesem Schiff fuhren wir durch das Watten- und Ijsselmeer. Auf dem Schiff waren wir die meiste Zeit über Deck, sonnten uns und knüpften internationale Freundschaften. Aber wir waren auch unter Deck und sangen Lieder, welche von einem Klavier bekleidet wurden.  

Am fünften Tag unserer Reise ging es weiter nach Giethoorn, das "Venedig der Niederlande", dort waren überall kleine Brücken, Kanäle auf denen man Gondel fahren konnte und Eisdielen. Nachdem wir unser Eis gegessen hatten, ging es für uns mit unseren vollgepackten Rucksäcken auf Wanderschaft. Wir wurden in kleine Gruppen mit jeweils einer Person jeder Nationalität eingeteilt. Wir bekamen alle eine Anleitung mit den verschiedenen Wegpunkten um zu unserer nächsten Unterkunft anzukommen. Diese lag an einem kleinen See, dort blieben wir zwei Tage lang. Leider konnten wir dort nicht draußen schlafen, da die Stechmücken in Scharen auftraten und sehr aggressiv waren. Deshalb konnten wir auch unseren Spieleabend mit kulturellen Spielen nicht beenden. Stattdessen gingen wir im See baden und sangen im Haus für unser Geburtstagkind um Mitternacht das Geburtstagslied in vielen verschiedenen Sprachen. Am nächsten Tag ging es dann auch mit den interkulturellen Aktivitäten weiter. Für das Abendessen mussten wir Spezialitäten aus unseren Ländern kochen. Dort gab es unter anderem Irish Stew, einen Pommessalat, und viele andere Sachen, die ich nicht aussprechen kann. Von unserer Seite gab es einen Erdbeerkuchen und eine Schwarzwälder-Kirschtorte, da wir für den Nachtisch zuständig waren. Abendprogramm war wieder gemeinsam schwimmen zu gehen, obwohl das wohl nicht erlaubt war, da man nicht mit vollen Magen ins Wasser gehen sollte.

Am nächsten Morgen kam ein Anhänger, voll beladen mit Fahrrädern. Nachdem jeder Eines hatte, gab es bei uns schon die erste Panne, und ich musste an einem Haus in der Nähe nach einer Fahrradpumpe fragen. Nachdem die Panne behoben war fuhren wir los bis wir in Kampen ankamen. Zwischenzeitlich genossen wir die Natur, tranken viel Wasser und lebten den niederländischen Stil. In Kampen, alle müde und kaputt von der langen Fahrt, bauten wir unsere Zelte auf und beobachten die Mondfinsternis und den Mars. Der nächste Tag war angedacht um Kampen zu besichtigen, leider konnten wir das aber nicht beenden, da ein starker Sturm aufzog, und wir unter dem Schutz des Bahnhofes auf unsere Chance warteten, wieder zur Unterkunft zu gelangen. Der Abend war eher locker und wir tauschten Aufnäher und Halstücher, um uns besser in Erinnerung halten zu können. Dieser Abend war holländisch angehaucht und es gab passende Spezialitäten. Zusätzlich gab es noch Gips, der unter Bewegung hart wird. Danach duschten wir alle um ihn wieder abzubekommen.

Nun stand uns das Hauptlager bevor. Fünf Tage vollgepackt mit Programm. Dort angekommen bewunderten wir erst einmal den vollen Platz, etwa 5000 Menschen und alle wollten gleichzeitig den Platz erkunden. Dort gab es eine riesige Windmühle gebaut aus Stangenholz, ein Lagertor mit Aussichtsplattform, ein Steg mit Segelbooten und jede Menge Partyzelte mit allerlei Aktivitäten. Jedes Land hatte ein eigenes Zelt aufgebaut. Deutschland trat mit einer Jurtenburg auf, genannt das „Schwarzhaus“, das übrigens auf dem obersten Bild im Hintergrund zu sehen ist. Dort gab es eine Disco und eine Essens-Bar. In der Versammlung des deutschen Kontingents vor dem Schwarzhaus habe ich dann mein Woodbadge-Abzeichen verliehen bekommen, das ist die Anerkennung der internationalen Leiterausbildung der Pfadfinder. Dazu gab es ein neues Halstuch, einen neuen Knoten und Holzklötzchen. Danach schossen wir noch ein Gruppenbild und feierten gemeinsam in der Disco. Da wir noch richtig Stimmung hatten, ging es nach der Abendruhe noch in die "Silent Disco" und danach auf den Steg chillen.

Die nächsten zwei Tage standen unter dem Motto „Opposites Attract“, dafür gab es vier Themengebiete, für jedes Themengebiet gab es andere Aktivitäten. Am ersten Tag haben wir unter anderem einen Solarkocher gebaut, haben Yoga getrieben, haben ein Spiel zur Körperbeherrschung gespielt, haben Diskussionen über Entscheidungen geführt, ein Escape-Tent absolviert und haben ein Schweinespiel gespielt, bei den man die anderen angrunzen soll, aber nicht lachen darf. Der nächste Tag war mindestens genauso spannend, allerdings mit nur zwei Aktivitäten: Segeln und Fahrrad fahren. Als Belohnung der Teilnahme an allen Aktivitäten gab es einen Aufnäher mit den Logos der Aktivitäten. Die zwei Abende nach den Aktivitäten mussten wir selber kochen, als Hilfsmittel hatten wir Alufolie und ein riesiges Feld voller Fassgrille. Nach dem Essen, ging es natürlich wieder in der Disco und auf dem Steg weiter.

Der vierte Tag auf dem Hauptlager bestand aus einem Geländespiel. Die Niederlande waren überflutet worden, wodurch dort alles zerstört war. Als Überlebende mussten wir unsere eigene Zivilisation gründen, sei es eine Diktatur, Monarchie oder eine Demokratie. Wir mussten unsere eigenen Gebäude aufbauen, unsere Politiker mussten diplomatisch mit den Anderen interagieren und wir mussten auf den verschiedensten Hüpfburgen Kriege um Geld und Macht führen.

Leider war nun aber auch schon der letzte Tag des Lagers gekommen und wir sangen unter Tränen ein pfadfinderisches „Nehmt Abschied Brüder“, gemeinsam in einer großen Runde, jeder in seiner Muttersprache.

Da aber nach dem Lager vor dem Lager ist, ging es für ein Teil von uns weiter nach Amsterdam, wo wir eine Nacht verbrachten und von dort aus mit dem Flugzeug weiter nach Lettland flogen.



Roverway 2018 - Fotos